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Papa und Einschlafbegleitung – in 5 Schritten zum Einschlafhelden

Viele Kinder bevorzugen ihre engste Bindungsperson zum Einschlafen, vor allem, wenn diese Mama ist und das Einschlafen meistens übernimmt.

Einschlafen kann für Babys und Kleinkinder schwierig sein, weil es bedeutet, loszulassen und sich zu trennen. Es ist also völlig normal, dass sie dann am liebsten die Person dabei haben wollen, die sich hauptsächlich um sie kümmert.

Im heutigen Artikel zeige ich dir 5 Tipps, wie ihr es hinbekommt, dass auch der Papa (oder eine andere Bezugsperson) die Einschlafbegleitung übernimmt.


Papa hält sein schlafendes Baby in den Armen
Papa hält sein Baby

Eine gute Basis schaffen – die 3 V‘s


Schlaf bedeutet auch immer eine Art Trennung. Wir schlafen nur ein, wenn wir uns sicher fühlen. Bei Babys und Kleinkindern ist es die erste Bezugsperson, die dieses Sicherheitsbedürfnis erfüllt. Erste Bezugsperson ist in den meisten Fällen die Mama. Immer noch ist es oft so, dass die Mamas Elternzeit nehmen, um sich um das Baby zu kümmern. Wenn finanziell und organisatorisch möglich, nehmen viele Papas auch zwei Monate Elternzeit.

In dieser Zeit entwickelt sich eine Bindungshierarchie und das ist ganz normal. Kinder orientieren sich bei der Auswahl der Bindungspersonen an den 3 Vs: Verlässlichkeit, Verfügbarkeit, Vertrautheit. Die primäre Bezugsperson war (oder ist) also stets verlässlich da, verfügbar und vertraut. Und das ist in den meisten Fällen eben die Mama.


So könnte eine Bindungshierarchie einer möglichen Familienkonstellation aussehen. Es ist möglich, dass z.B. die Großeltern einen anderen Rang einnehmen, abhängig davon, wie stark die 3 Vs ausgeprägt sind.


Bindungshierarchie
Eine mögliche Bindungshierarchie

Die Papas, also gleich als nachfolgenden Bezugspersonen, haben unter Umständen etwas aufzuholen. Und das ist der wichtigste Vorbereitungsschritt: eine Bindung zum Baby entstehen zu lassen, die über den eines Spielkameraden hinaus geht.


Der Papa macht Späße und das Baby quickt vor Vergnügen. Mit dem Papa kann das Baby prima spielen, vielen Babys fehlt aber die Erfahrung, dass sie beim Papa auch entspannen können und Entspannung ist wichtig für den Schlaf. Ohne Entspannung kein Schlaf. Das stelle viele Familien vor großen Herausforderungen, v.a. wenn Papas in Schichten arbeiten oder viel unterwegs sind. Setzt euch zusammen und macht euch einen Plan, wie es in eurer persönlichen Situation möglich wäre diesen Vorbereitungsschritt einzubauen.


Schritt 1: Früh übt sich


Beste Empfehlung, die die Eltern von Neugeborenen bekommen können, ist, sich von Anfang an abzuwechseln. Nicht nur beim Thema Schlaf, sondern auch bei vielen anderen Sachen. Natürlich kann nur die Mama stillen, aber es gibt viele andere Dinge, die der Papa ab der Geburt übernehmen kann: Windeln wechseln, Kuscheln, Beruhigen.


Außerdem ist es hilfreich, wenn ihr das Schlafen immer wieder ohne Stillen übt. Manche Babys haben damit Probleme, aber das ist normal. Einschlafstillen ist sehr praktisch, aber es ist auch okay, andere Methoden auszuprobieren. Hauptsache ihr macht es ohne Stress für euch und euer Baby.


Wenn man sich viel um das Baby kümmert, baut man eine Bindung auf. Eine starke Bindung hilft dem Baby, in schwierigen Situationen Vertrauen aufzubauen und sich sicher zu fühlen. Also: Früh übt sich, wer eine starke Beziehung zum Baby aufbauen will!


Schritt 2: Feste Schlafroutinen


Die Bedeutung eines liebevollen und regelmäßigen Einschlafroutine für einen guten Schlaf ist nicht zu unterschätzen. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, dass dein Baby sich auch von anderen Personen beim Einschlafen begleiten lässt.


Eine Option wäre, zu Beginn die Einschlafroutine gemeinsam zu gestalten. Nach und nach kann der Papa dann einzelne Schritte übernehmen. Auf diese Weise kann sich dein Baby allmählich daran gewöhnen, dass Papa das auch ganz prima macht.


Schritt 3: Keine Angst vor Schlafhilfen


(Einschlaf-)Stillen ist eine sehr starke Schlafhilfe, die aber kein Hindernis für den Papa als Einschlafbegleitung darstellt.

Wenn du dein Baby beim Einschlafen stillst, kannst du zusätzliche Schlafassoziationen einführen, die das Kind an das vertraute Gefühl beim Einschlafen erinnern, wenn eine andere Person die Einschlafbegleitung übernimmt. Hab keine Angst vor Schlafhilfen. Sie heißen so, weil sie helfen 😉 


Hier sind ein paar Ideen, die du ausprobieren kannst:


  • Lasse im Hintergrund eine Spieluhr oder weißes Rauschen laufen, während du dein Baby stillst

  • Wiege dein Baby sanft während des Stillens

  • Klopf leicht auf den Po oder Rücken deines Babys


Wenn du über einen längeren Zeitraum diese zusätzlichen Schlafassoziationen einfügst, kann der Papa oder eine andere Bezugsperson diese nutzen, um dem Baby beim Einschlafen zu helfen. Diese Vorgehensweise funktioniert übrigens auch für alle anderen Schlafhilfen, nicht nur das Stillen.


Schritt 4: Papa seinen Weg finden lassen


Eine positive Erfahrung für alle Beteiligten ist der Schlüssel zur richtigen Einschlafbegleitung. Es ist wichtig, dass sich die begleitende Person wohl dabei fühlt, da sich diese Einstellung auch auf das Kind überträgt.

Obwohl die Methode der Einschlafbegleitung fast schon nebensächlich ist (es ist also fast schon egal, ob dein Baby beim Wippen, Tragen, o.ä. einschläft), wird eine entspannte und optimistische Einstellung des Papas oder anderer Bezugspersonen in der Regel auf das Kind übertragen und als positiv empfunden.


Es ist absolut ok, wenn sich die Einschlafbegleitung durch den Papa total von deiner Art unterscheidet. Wichtig ist nur, dass beide sich wohl fühlen.


Schritt 5: Emotionen begleiten


Es ist normal, dass die Einschlafsituation bei Papa möglicherweise besonders am Anfanf nicht so entspannt und tränenfrei verläuft wie bei Mama. Das bedeutet nicht, dass ihr etwas falsch macht. Für das Kind ist es eine große Umstellung, wenn eine andere Person beim Schlafengehen hilft, insbesondere wenn es dies nicht gewohnt ist.


Als Papa oder Bezugsperson ist es wichtig, in dieser Situation ruhig zu bleiben, tief durchzuatmen, das Baby zu trösten und es niemals alleine weinen lassen. Sollte es jedoch passieren, dass euer Baby sehr stark weint und sich partout nicht beruhigen lässt, ist es vollkommen in Ordnung, den Versuch abzubrechen. Versucht es einfach in ein paar Tagen oder Wochen erneut. Denn, Übung macht den Meister.


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Alles Liebe, Anna




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